Mitarbeiterbefragung

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Was wird gemessen?

Erhoben wird, wie Mitarbeiter ihre Teilhabemöglichkeiten und die Unterstützungsleistungen der Werkstatt werkstattintern oder auf betriebsintegrierten Arbeitsplätzen bewerten. Bewusst wird hier nicht nach der Zufriedenheit mit einem bestimmten Leistungsangebot gefragt, sondern nach dem Erleben von relevanten Sachverhalten im Alltag der Werkstatt bzw. am Arbeitsplatz. Zentrale Inhalte der Befragung sind die in der Qualitätsdefinition benannten Ziele der Teilhabe. Nach einem von allen Werkstätten zu messenden Hauptteil kann das Interview bei Bedarf durch zusätzliche Fragen ergänzt werden. Die Fragen sind auf den folgenden Seiten aufgeführt.


Wie und wie oft wird das Erleben von Leistungsqualität erfasst?

Die Befragung erfolgt als strukturiertes Interview, wobei die Werkstatt für Organisation der Interviews, Auswahl und Schulung der Interviewer zuständig ist. Als Interviewer kann werkstatteigenes oder externes Personal (z.B. Studierende oder Auszubildende Heilerziehungspfleger) eingesetzt werden. Wenn internes Personal eingesetzt werden soll, können bsp. Gruppenleiter eines Standorts Interviews an einem anderen Standort durchführen.

Vorteile des Vorgehens mit internem Personal:

  • Keine Honorarkosten
  • Niedriger Aufwand für einzelne Interviewer (jeweils nur 10-20 Interviews)
  • Hohe Qualität, da gut geschultes Personal
  • Breite Einbeziehung des Personal in die interne Qualitätsbewertung --> Alle erleben die Stimmung mit

Vorteile des Vorgehens mit externen Kräften:

  • Kein Aufwand für internes Personal

Besonders mit externen Personen ist der Schulungsaufwand höher, da diese Personen Ihre Mitarbeiter nicht kennen und ggfs. wenig Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderung haben.

Die Befragung wird mit Hilfe einer Exceldatei und eines Laptops elektronisch durchgeführt. Im Ausnahmefall kann auch eine Papierversion genutzt werden, die jedoch dann in die Exceldatei übertragen werden muss. Bei Mitarbeitern mit entsprechenden Fähigkeiten kann die Befragung auch schriftlich erfolgen. Es werden vorwiegend geschlossene, einfach formulierte Fragen gestellt, die durch offene Fragen zu den einzelnen Dimensionen ergänzt werden. Um vergleichbare Ergebnisse sicherzustellen, legt eine verbindliche Richtlinie das Vorgehen bei der Mitarbeiterbefragung fest. Die Befragung wird in der Regel alle drei Jahre durchgeführt.


Richtlinie

Einige Informationen vorab

Die Dateien, die Sie zur Umsetzung der Mitarbeiterbefragung brauchen, stellen wir für jede Werkstatt individuell zusammen. Möchten Sie im aktuellen Messjahr eine Mitarbeiterbefragung durchführen? Dann geben Sie uns einfach eine kurze Rückmeldung zu folgenden Fragen:

  • Ab dem Messjahr 2020 gibt es drei unterschiedliche Mitarbeiterbefragungen: eine für werkstattintern beschäftigte Mitarbeiter, eine Kurzversion für Mitarbeiter mit stark eingeschränkten Kommunikationsfähigkeiten als neues Angebot, eine für Mitarbeiter mit betriebsintegriertem Arbeitsplatz
  • Bei den Befragungen für werkstattintern und betriebsintegriert beschäftigten Mitarbeitern besteht die Möglichkeit, bis zu 10 werkstatteigene Fragen zu ergänzen: Befinden Sie sich ggf. gerade im oder vor einem Umstrukturierungsprozess, gab oder gibt es besondere Aspekte, nach denen Sie Ihre Mitarbeiter fragen möchten? Leiten Sie uns die von Ihnen formulierten Fragen und entsprechende Antwortkategorien einfach weiter. Gerne beraten wir Sie auch bei der Auswahl oder Formulierung der Fragen.
  • Die Befragung für werkstattintern beschäftigte Mitarbeiter enthält neben dem Basismodul, das für alle teilnehmenden Werkstätten verpflichtend ist, auch Zusatzmodule. Fragen aus diesen Zusatzmodulen können freiwillig ergänzt werden. Teilen Sie uns bitte mit, ob und wenn ja, welche Fragen Sie aus den Zusatzmodulen nutzen möchten.
  • Bei der Kurzversion werden die Fragen durch Bilder ergänzt. Möchten Sie darauf verzichten oder werkstatteigene Bilder nutzen, geben Sie das bitte an. Ebenfalls können zur Unterstützung der Auswahloptionen Emojis eingesetzt werde. Geben Sie uns auch hierzu bitte eine Rückmeldung, ob sie diese nutzen möchten.
  • Verwenden Sie in Ihrer Werkstatt besondere Formulierungen, die in der Mitarbeiterbefragung berücksichtigt werden sollen (z.B. „Beschäftigte“ statt „Mitarbeiter“ o.ä.)? Wenn ja, teilen Sie uns Ihre Änderungswünsche bitte einfach mit.
  • Für die Mitarbeiterbefragung werkstattintern und betriebsintegriert beschäftigter Mitarbeiter wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Werkstätten eine einfache Sprache gewählt. Eine vollständige Übersetzung in Leichte Sprache wurde jedoch nicht angestrebt, da bei einzelnen Fragen eine gewisse Komplexität notwendig ist. Ein zu starkes Abweichen von den einheitlichen Formulierungen des Fragebogens durch individuelle Anpassungen führt aber zu einer Einschränkung der Vergleichbarkeit von Auswertungsergebnissen und ist daher nicht zulässig.
  • Ihre Verbesserungsvorschläge für Formulierungen nehmen wir gerne auf und berücksichtigen sie bei kommenden Weiterentwicklungsverfahren.
  • Nutzen Sie für Mitarbeiter mit stark eingeschränkten Kommunikations- und/oder intellektuellen Fähigkeiten die Kurzversion. Diese wird im Messjahr 2020 als Testversion durchgeführt. Rückmeldungen zu Ihren Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge erfragen wir über einen getrennten Erhebungsbogen.


Wer wird in die Messung einbezogen?

1. In die Messung können alle Mitarbeiter einbezogen werden, die zum festgelegten Zeitpunkt der Befragung mindestens 6 Wochen in der Werkstatt bzw. am BiAp sind.
2. Der Soziale Dienst entscheidet, im Zweifelsfall gemeinsam mit der Gruppenleitung, welche Mitarbeiter an der Messung teilnehmen können und welcher Fragebogen genutzt werden soll. Für Mitarbeiter mit starken intellektuellen und/oder kommunikativen Einschränkungen steht ab der Messung 2020 eine Kurzversion zur Verfügung. Welche Mitarbeiter mit welcher Version befragt werden sollen, wird im Feststellungsbogen dokumentiert.
3. Im Feststellungsbogen werden vom Sozialen Dienst vor der Befragung persönliche Angaben zu den Mitarbeitern gemacht (u.a. Geschlecht, Alter, aktueller Bereich, Dauer der Werkstattzugehörigkeit). Diese Informationen dienen der statistischen Auswertung. Sie dürfen im Fragebogen nur dann angegeben werden, wenn der Mitarbeiter damit einverstanden ist. Es ist Ihre Aufgabe als Interviewer, den Mitarbeiter danach zu fragen, ob er mit der Angabe dieser Daten einverstanden ist. Es besteht nach Auswertung der Daten keine Möglichkeit, Rückschlüsse auf den einzelnen Mitarbeiter zu ziehen!
4. Zur Sicherstellung, dass alle Mitarbeiter, die an der Befragung teilnehmen sollen, befragt werden und zur Interpretation der Auswertung sind einige zusätzliche Angaben notwendig. Der Interviewer trägt diese Angaben nach jedem Interview, auch wenn das Interview abgebrochen wurde, entsprechend der vorgegebenen Codierungen in den dafür vorgesehenen Feststellungsbogen ein.


Wie werden die Mitarbeiter befragt?

5. Um einen größtmöglichen Anteil der Mitarbeiter in die Befragung einbeziehen zu können, wird die Mitarbeiterbefragung in der Regel als Interview durchgeführt. Hierzu werden zwei Befragungsmöglichkeiten angeboten:
6. Verwendung der PC-gestützten Mitarbeiterbefragung (d.h., die Erhebung der Daten am PC oder Notebook). Hierbei werden bereits während des Interviews die Daten direkt über eine Maske in die Datei eingegeben.
7. Verwendung des Fragebogens in Papierversion als Interviewleitfaden. Die Antworten werden auf dem Fragebogen dokumentiert. Im Anschluss an das Interview erfolgt die Datenübertragung in die elektronische Datei mit Hilfe der Eingabemaske „PC-gestützte Mitarbeiterbefragung“.
8. Bei einzelnen Mitarbeitern bzw. Mitarbeitergruppen kann die Befragung auch schriftlich erfolgen. Der Fragebogen wird den Mitarbeitern ausgehändigt und in der WfbM ausgefüllt. Voraussetzung ist, neben den entsprechenden Fähigkeiten zum Selbstausfüllen, die Anwesenheit eines geschulten Interviewers.


Was ist bei der Organisation zu beachten?

9. Die Befragung wird in der Regel alle 3 Jahre durchgeführt.
10. Befragung der werkstattintern beschäftigten Mitarbeiter: Fragebogenteil 1 ist verpflichtend für alle teilnehmenden Werkstätten. Im Anschluss daran können Fragen aus dem Fragebogenteil 2 (Zusatzfragen) oder bis zu 10 werkstatteigene Fragen gestellt werden
11. Befragung von Mitarbeitern mit der Kurzversion: Eine Erweiterung um Zusatzfragen ist vorerst nicht vorgesehen. Setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung, wenn Sie Ergänzungen bzw. Änderungen wünschen.
12. Befragung der betriebsintegriert beschäftigten Mitarbeiter: Im Anschluss an die vorgegebenen Fragen können bei Bedarf bis zu 10 werkstatteigene Fragen angehängt werden.
13. Für die PC-gestützte Befragung stellt das ITA die Datei entsprechend zusammen. Bitte teilen Sie uns mit, welche Zusatzfragen oder werkstatteigene Fragen Sie ergänzen möchten.
14. Jeder Fragebogen muss mit einer Fragebogennummer versehen werden, auch dann, wenn das Interview abgebrochen wird. Fragebogen ohne vollständige Fragebogennummer können in der Auswertung nicht berücksichtigt werden. Die Fragebogennummer setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:
  • Identifikationsnummer der Betriebsstätte (nur bei Befragung für Mitarbeiter mit werkstattinternem Arbeitsplatz)
  • Üwerkstattintern vergebene Identifikationsnummer des Interviewers
  • Nummer des vom gleichen Interviewer durchgeführten Interviews (= die Anzahl der bereits vom Interviewer durchgeführten Interviews)
15. Für Anmerkungen zum Interviewverlauf (Besonderheiten, Abbruch des Interviews usw.) können die freien Zeilen auf der letzten Seite des Fragebogens (Fragebogenteil 3) genutzt werden.


Wer kann als Interviewer Befragungen durchführen?

16. Der Interviewer darf mit dem Befragten weder beruflich noch privat in direktem Kontakt stehen. Dadurch soll insbesondere das Antwortverhalten der Befragten im Sinne der „sozialen Erwünschtheit“ eingeschränkt werden, um eine Vergleichbarkeit der Daten zu ermöglichen. Keinesfalls sollte die Befragung durch den eigenen Gruppenleiter bzw. bei betriebsintegriertem Arbeitsplatz durch den Integrationsbegleiter/Jobcoach der Werkstatt, der den Mitarbeiter (ggf. auch nur vertretungsweise) am betriebsintegrierten Arbeitsplatz begleitet, erfolgen.
17. Befragungen durch Interviewer aus anderen Betriebsstätten/Standorten der WfbM sind jedoch zulässig.
18. Werden externe Interviewer (bspw. Studierende) mit der Durchführung der Befragung beauftragt, müssen Sie dafür Sorge tragen, dass diesen reguläre Abläufe und Begriffe des Werkstattalltags bekannt sind (ABM-/ABA-Angebot, Betriebsintegrierte Arbeitsplätze usw.), um mögliche Rückfragen im Interview beantworten zu können.


Was ist die Aufgabe des Interviewers?

19. Ziel der Mitarbeiterbefragung ist es, zu erfahren, wie Mitarbeiter Teilhabemöglichkeiten in den teilnehmenden Werkstätten erleben. Dazu werden die Mitarbeiter nach ihrem Arbeitsalltag und anderen relevanten Themen befragt. Die erhobenen Daten werden im Anschluss an die Befragung so ausgewertet, dass sich die Werkstätten miteinander vergleichen können und, wenn nötig, Verbesserungen für die Mitarbeiter vornehmen können.
20. Die Aufgabe der Interviewer bei der Mitarbeiterbefragung besteht darin,
  • sicherzustellen, dass alle vom Fachpersonal ausgewählten und auf dem Feststellungsbogen dokumentierten Mitarbeiter an der Befragung teilnehmen
  • die Befragung entsprechend der Richtlinie und der Angaben auf dem Fragebogen bzw. der Maske bei Nutzung der elektronischen Variante durchzuführen sowie die Angaben auf dem Feststellungsbogen zu vervollständigen und
  • die abgeschlossene Befragung an den für diese Erhebung verantwortlichen Ansprechpartner der Werkstatt weiterzuleiten


Was müssen Sie als Interviewer im Hinblick auf die Besonderheiten der Befragten wissen?

Vor dem Interview:

21. Es ist unbedingt notwendig, dass Sie sich an die folgende Richtlinie zur Durchführung der Befragung halten. Alle Abweichungen können zu unerwünschten Veränderungen des Befragungsergebnisses führen! Deshalb ist es auch wichtig, dass Sie sich, unabhängig von Ihrer persönlichen Tagesverfassung, jedem/jeder Befragten gegenüber möglichst gleich verhalten.
22. Der Feststellungsbogen dient Ihnen als Organisationsinstrument: Hier finden Sie alle notwendigen Angaben zu den Mitarbeitern, die interviewt werden sollen, wie Angaben zu ihrer Person oder ggf. notwendige kommunikationsunterstützende Hilfsmittel.
23. Machen Sie sich vor dem Interview mit dem Fragebogen, der Eingabemaske der PC-gestützten Mitarbeiterbefragung (Exceltabelle zur elektronischen Erhebung), den Bedingungen vor Ort (Befragungsraum, Ansprechpartner, evtl. Besonderheiten der zu befragenden Mitarbeiter u.Ä.) und ggf. mit den eingesetzten Hilfsmitteln zur Kommunikationsunterstützung genau vertraut, damit Sie sich von Beginn an immer möglichst gleich verhalten können.
24. Sie haben es mit Mitarbeitern mit Behinderungen zu tun. Neben dem normalen Maß an Achtung der Persönlichkeit des/der Befragten, erfordert der Umgang mit Menschen mit Behinderungen besonderes Einfühlungsvermögen.

Während des Interviews:

25. Achten Sie auf die Besonderheiten der Befragten. Achten Sie auf eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Behalten Sie Ihr Ziel, mit dem Mitarbeiter ein Interview vollständig zu Ende zu bringen, immer vor Augen.
26. Holen Sie den jeweiligen Mitarbeiter nach Absprache mit dem/der Gruppenleiter/in in der Werkstatt bzw. dem/der Ansprechpartner/in im Betrieb ab.
27. Beim Abholen begrüßen Sie den Mitarbeiter und erklären ihm/ihr kurz, warum Sie ihn/sie abholen und wo Sie miteinander hingehen werden. „Guten Tag, ich bin der Herr ... / die Frau .... Ich nehme Sie jetzt mit in den Raum ... . Dort können wir in Ruhe miteinander sprechen.“
28. Auf dem Weg zu dem Raum, in dem das Gespräch stattfinden wird, kann mit dem Mitarbeiter ein kurzes, unverbindliches Gespräch stattfinden. Z.B. „Wie geht’s Ihnen heute?“
29. Wenn Sie bemerken, dass der Mitarbeiter aufgeregt ist, versuchen Sie, ihn/sie zu beruhigen, indem Sie ihm/ihr erklären, was auf ihn/sie zukommt: „Sind Sie aufgeregt?“ (Ja) „Wir gehen jetzt zusammen in den Raum (...). Dort will ich Ihnen ein paar Fragen stellen, wie es Ihnen hier in der Werkstatt/hier in Ihrem Betrieb gefällt/ geht.“
30. Die Befragung von Mitarbeitern mit betriebsintegriertem Arbeitsplatz kann in der Werkstatt oder in einem separaten Raum am betriebsintegriertem Arbeitsplatz durchgeführt werden. Der Arbeitgeber sollte zuvor informiert werden.
31. Wenn der Mitarbeiter eine Vertrauensperson zu dem Interview mitnehmen will, so lassen Sie das zu, wenn sich einer der Gruppenleiter oder eine andere Person dazu bereit erklärt (Angabe auf dem Feststellungsbogen). Weisen Sie dieser Person einen Platz im Hintergrund des Befragungsraums zu und bitten Sie um Zurückhaltung. Falls Sie merken, dass der Befragte nicht unbeeinflusst von der Vertrauensperson antworten kann, brechen Sie die Befragung ab (Verhalten beim Abbruch s.u.).
32. Bei der PC-gestützten Mitarbeiterbefragung ist es zur Wahrung einer kooperativen Befragungssituation hilfreich, die Sitzordnung so zu wählen, dass der Befragte mit auf den Bildschirm sehen kann. Wenn Sie eine andere Sitzordnung wählen, achten Sie bitte unbedingt darauf, durch die Verwendung eines Notebooks keine unnötige Barriere zwischen dem Befragten und Ihnen aufzubauen.
33. Nutzen Sie die Kurzversion, muss der Befragte die Möglichkeit haben, die zu den Fragen gehörenden Bilder zu sehen.
34. Beginnen Sie nun mit dem Interview: Sagen Sie den Text auf dem Deckblatt des Interviewfragebogens bzw. der Startseite bei der PC-gestützten Mitarbeiterbefragung. Schauen Sie den Mitarbeiter währenddessen an und stellen Sie dabei fest, ob der Mitarbeiter aufmerksam ist und Ihnen folgen kann. Falls Sie den Eindruck haben, dass der Mitarbeiter Ihnen nicht folgen kann, sprechen Sie ihn erneut an und wiederholen Sie die relevanten Textpassagen. Am Ende des Textes auf dem Deckblatt bzw. der Startseite fragen Sie: „Haben Sie verstanden, was ich Ihnen erklärt habe?“ Bei ja weiter, bei nein Wiederholung der relevanten Passagen. „Dann fange ich jetzt mit der ersten Frage an.“
35. Die erste Frage ist für Sie und den Mitarbeiter als Einstiegsfrage gedacht. Lesen Sie dem Mitarbeiter die Frage langsam vor. Wiederholen Sie gegebenenfalls die Frage. Bleiben Sie grundsätzlich möglichst streng am Text, um unerwünschte Effekte durch Um- oder Falschinterpretationen zu vermeiden. Haben Sie Geduld!
36. Bei Mitarbeitern mit stark eingeschränkten intellektuellen oder kommunikativen Fähigkeiten können Bildtafeln mit werkstattüblichen Symbolen für „Ja“ und „Nein“ (z.B. Farben grün und rot, Daumen hoch und runter) bzw. andere kommunikationsunterstützende Hilfsmittel eingesetzt werden. Bei Mitarbeitern, die Bildtafeln nutzen, wer¬den nur die Antwortkategorien „Ja“ und „Nein“ verwendet (Angabe auf dem Feststellungsbogen).
37. Lesen Sie bei jeder Frage die möglichen Antwortalternativen vor, auch wenn der Mitarbeiter mit Ihnen gemeinsam auf den Bildschirm schaut. Kreuzen Sie immer die Antwortalternative an, die am ehesten der Antwort des Befragten entspricht. Achten Sie auch auf die „Zwischentöne“, wenn die Antwort zwischen „ja“ und „nein“ zu liegen scheint! Antwortet der Befragte nicht oder ist die Antwort völlig unklar, kreuzen Sie „Keine Antwort“ an.
38. Gehen Sie auf Verständnisfragen des Befragten ein, achten Sie aber darauf, dass Sie möglichst streng an der vorgegebenen Formulierung bleiben, um mögliche Fehlinterpretationen zu vermeiden.
39. Versteht der Befragte die Frage nicht, wird zunächst – wo vorgegeben – die Alternativformulierung verwendet. Diese kann noch einmal wiederholt werden. Bei Fragen ohne Alternativformulierung kann die Frage noch einmal wiederholt und, falls notwendig, höchstens einmal umformuliert werden.
40. Bei der Befragung von Mitarbeitern mit betriebsintegriertem Arbeitsplatz sollte in der Befragung grundsätzlich nur der in der Werkstatt übliche Begriff „betriebsintegrierter Arbeitsplatz“ oder „Außenarbeitsplatz“ verwendet werden.
41. Bei der Befragung von Mitarbeitern mit betriebsintegriertem Arbeitsplatz erhalten Mitarbeiter mit Einzelarbeitsplatz und Mitarbeiter mit Gruppenarbeitsplatz unterschiedliche Fragebögen.
42. Die Fragen des ersten Themenblocks „Fragen zur Vorbereitung auf den Betriebsintegrierten Arbeitsplatz/Außenarbeitsplatz“ werden nur den Mitarbeitern gestellt, die zum ersten Mal an der Befragung teilnehmen bzw. die nicht länger als zwei Jahre an diesem Arbeitsplatz arbeiten. Bei allen anderen Mitarbeitern werden diese Fragen übersprungen.
43. Auch an anderen Stellen werden je nach Beantwortung der Fragen einzelne Fragen übersprungen. Bei Verwendung der Papierversion sollte sich der Interviewer mit den entsprechenden „Weiterleitungen“ vor dem Interview vertraut machen. Wird die elektronische Variante genutzt, erfolgt das Überspringen einzelner Fragen automatisch.
44. Halten Sie während der Befragung möglichst viel Kontakt (Blick, offene Haltung, u.Ä.) mit dem Befragten, um eine Vertrauenssituation zu schaffen/zu erhalten und um zu erspüren, inwiefern der Befragte Ihnen folgen kann.
45. Wenn der Befragte abschweifen will, holen Sie ihn zum Thema zurück, z.B. indem Sie sagen: „Herr.../ Frau ... ich möchte gerne von Ihnen wissen ...(Fragetext). Das (was Sie gerade ansprechen/Thema/...) besprechen wir, wenn wir hier fertig sind.“ Wenn Sie den Verweis auf später als Anreiz zur Kooperation benutzen, sollten Sie sich nach Abschluss des Interviews auch kurz Zeit nehmen, auf die Belange des Befragten einzugehen, falls dieser das dann noch will.
46. Erfahrungsgemäß können offene Fragen („Möchten Sie zum Thema xy noch etwas sagen?“) Mitarbeiter mit Behinderungen auch verunsichern. Animieren Sie daher den Befragten nicht vehement, hier eine Antwort zu geben.
47. Notieren Sie bei den offenen Fragen möglichst genau das, was der Befragte sagt. Fassen Sie nur dann zusammen, wenn der Befragte sich selbst nicht beschränken kann. Notieren Sie keine Wiederholungen, da es hier nur auf den Inhalt und nicht auf die Menge des Gesagten ankommt.
48. Achten Sie darauf, ob der/die Befragte weitgehend aufmerksam ist, das, was Sie sagen versteht und bereit ist, zu kooperieren.
49. Falls Sie während des Interviews bemerken, dass der/die Befragte nicht mehr aufmerksam ist, zu einem monotonen Verhalten übergeht (z.B. nichts mehr sagt, nur noch mit ja antwortet, o.Ä.) oder aggressiv auf Sie reagiert, brechen sie die Befragung ab. Verhalten zum Abbruch siehe Abschnitt „Interview“ Punkt 37.
50. Falls Sie selbst Schwierigkeiten im Umgang mit Befragten haben (Unwohlsein, Unsicherheit, Schwierigkeiten beim Befragten Aufmerksamkeit zu erreichen, o.Ä.) machen Sie einen Vermerk mit einer kurzen Situationsbeschreibung auf dem Fragebogen (Teil III: Angaben des Interviewers) und wenden Sie sich bei grundsätzlichen Schwierigkeiten an Ihren werkstattinternen Projektleiter.
51. Angaben zur Person: Die Angaben zur Person werden nur mit Einverständnis des Befragten aufgenommen. Ein Rückschluss auf die Person ist nicht möglich.
52. Zusatzfragen und eigene Fragen der Werkstatt: Die Fragen der Zusatzmodule bzw. die werkstatteigenen Fragen werden in den betreffenden Werkstätten immer erst im Anschluss an die Fragen des allgemeinen Fragebogens gestellt.

Am Ende der Interviews:

53. Ende der Befragung: Sagen Sie dem Mitarbeiter, dass die Befragung nun zu Ende ist. Bedanken Sie sich bei dem Mitarbeiter in der auf dem Fragebogen angegebenen Weise. Achten Sie bei der Verwendung der PC-gestützten Mitarbeiterbefragung unbedingt darauf, Ihre eingegebenen Daten zu speichern!
54. Bringen Sie dann den Mitarbeiter zu seiner Gruppe zurück und übergeben Sie ihn dort, wo Sie mit dem Gruppenleiter vereinbart haben. Bei einem Gespräch auf dem Rückweg können Sie nach dem Befinden des Mitarbeiters fragen o.Ä. Wichtig ist, dass Sie nur die Informationen zur Befragung weitergeben, die Sie auch vor dem Interview weitergegeben haben, damit alle Mitarbeiter in gleicher Weise informiert sind.
55. Vergessen Sie bitte nicht, die Fragebogennummer auf dem Fragebogen bzw. der Eingabemaske und alle notwendigen Angaben auf dem Feststellungsbogen zu vervollständigen.
56. Notieren Sie besondere Vorkommnisse oder Auffälligkeiten während der Befragung auf dem Fragebogen.
57. In folgenden Fällen können Sie das Interview abbrechen:
a. Sie bemerken, dass der Befragte Ihnen nicht (mehr) folgen kann, Sie nicht (mehr) versteht.
b. Sie merken, dass der Befragte ohne Verständnis der Frage monoton antwortet (z.B. immer nur „Ja“ antwortet.)
c. Sie merken, dass der Befragte Ihnen oder einer dritten Person mit seinen Antworten gefallen will und nicht sein Empfinden ausdrückt.
d. Der Befragte reagiert aggressiv auf Sie.
e. Der Befragte hat körperliche oder psychische Probleme aufgrund der Befragungssituation, die eine weitere Befragung ethisch nicht vertretbar erscheinen lassen.
f. Der Befragte bittet um den Abbruch der Befragung.
g. Die Vertrauensperson bemerkt, dass der Befragte nicht mehr folgen kann, monoton antwortet oder das Interview abbrechen möchte.
58. Verhalten bei Gesprächsabbruch: Falls kein sofortiger plötzlicher Abbruch notwendig ist, gehen Sie von der zuletzt gestellten Frage zur Frage „Gesamteindruck“ über. Die Achtung des Befragten geht jedoch immer vor! Notieren Sie den Grund des Gesprächsabbruchs auf dem Interviewfragebogen.
59. Eine Auswertung der Befragung erfolgt ab einer Mindestteilnehmerzahl von 5 Mitarbeitern. Auswertungen nach Subgruppen (Alter, Geschlecht usw.) sind ebenfalls nur dann möglich, wenn zumindest 5 Interviews pro Subgruppe vorliegen.
60. Bei Werkstätten mit nur einer kleinen Anzahl von betriebsintegrierten Arbeitsgruppen besteht unter Umständen die Möglichkeit, dass die Anonymität des/der Gruppenleiter/s nicht gewahrt wird. Hier liegt es im Ermessen der Werkstatt, einzelne Fragen ggf. zu streichen.


Bedienungsanleitung für die PC-gestützte Mitarbeiterbefragung

Die folgende Anleitung bezieht sich auf die Befragung für Mitarbeiter mit werkstattinternem Arbeitsplatz. Die elektronische Version der Mitarbeiterbefragung für Mitarbeiter mit betriebsintegriertem Arbeitsplatz ist aber annähernd identisch.

Vor dem Start:

Versichern Sie sich, dass auf dem PC oder Laptop, mit dem die Befragung durchgeführt werden soll, Microsoft Excel installiert ist und die Sicherheitseinstellungen ein Ausführen von Makros in Excel zulassen. Die Sicherheitseinstellungen können in den Excel-Optionen (in Office 2007 erreichbar über die »Office-Schaltfläche« oben links; in früheren Office-Versionen erreichbar über das Menü »Extras«) verändert werden. Fragen Sie bitte ggf. bei Ihrem zuständigen EDV-Administrator nach.

Falls Sie beim ITA eine betriebsstättenspezifische Auswertung gebucht haben, verwenden Sie bitte in jeder einzelnen Betriebsstätte eine Kopie der Excel-Tabelle. Die Dateinamen für diese Kopien können Sie frei wählen. Bitte vermeiden Sie es, mit einer Datei Interviews in verschiedenen Betriebsstätten aufzuzeichnen!

Die Daten werden während des Interviews automatisch in die Excel-Datei geschrieben und die Datei beim Beenden (nicht beim Abbrechen) eines Interviews automatisch gespeichert. Sichern Sie also bitte diese Datei ausreichend, um Datenverlust auszuschließen. Wenn Sie die Datei an mehrere Interviewer verteilen, achten Sie bitte unbedingt darauf, unterschiedliche Dateinamen zu verwenden, um ein versehentliches Überschreiben zu verhindern.

Im Blatt »Info & Funktionen« wird angezeigt, wie viele Interviewdatensätze insgesamt in der Datei gespeichert sind. Bitte überprüfen Sie, dass die Nummer nach Abschluss des Interviews hochgezählt wurde.

Start des Interviews:

Um die Eingabemaske zu starten, klicken Sie auf die Schaltfläche »Interview starten«. Es erscheint die Befragungsmaske. Lesen Sie den Einführungstext deutlich vor und klicken Sie dann auf die Schaltfläche »Interview beginnen«.

Während des Interviews:

Bitte geben Sie dann zuerst die ID-Nummern der Betriebsstätte bzw. Werkstatt, des Interviewers und die Interviewnummer an, aus der sich die Interview-ID zusammensetzt.

Beginnen Sie mit der Befragung. Mit „Weiter“ gelangen Sie zur nächsten Frage, mit „Zurück“ zur vorherigen. Die Daten werden während des Interviews automatisch in diese Datei (in das versteckte Blatt „Daten“) geschrieben. Bei den meisten Fragen muss die zutreffende Antwort per Mausklick ausgewählt werden. Bei einigen Fragen können Sie aber auch Texte eingeben. Wenn Sie die vorgegebenen möglichen Antworten ergänzen oder ersetzen möchten, nutzen Sie bitte diese Texteingabefelder am Ende eines jeden Frageblocks.

Über die Schaltfläche »Interview Abbrechen« kann das Interview jederzeit abgebrochen werden. Die bis zu diesem Zeitpunkt gegebenen Antworten sind dann in der Datei enthalten, die Datei wird jedoch nicht automatisch gespeichert. D.h., wenn das Interview zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden soll, speichern Sie die Datei bitte ab und verwenden Sie die identische ID-Nummer, um das Interview später fortzusetzen. Wenn das Interview nicht fortgesetzt werden soll und die Daten verworfen werden können, speichern Sie die Datei nach dem Abbrechen nicht ab.

Nach dem Interview:

Wenn das Interview bis zum Ende geführt und nicht vorzeitig abgebrochen wird, wird die Exceldatei mit Klick auf die Schaltfläche „Speichern & Beenden“ automatisch abgespeichert. Um bereits eingegebene Daten zu korrigieren, können Sie die Eingabemaske erneut aufrufen und die identische ID-Nummer eingeben. Dann werden die vorherigen Antworten in die Maske geladen und sind einseh- und änderbar. Im Blatt »Info & Funktionen« der Excel-Datei wird angezeigt, wie viele Interviewdatensätze insgesamt in dieser Datei gespeichert sind. Bitte überprüfen Sie, dass die Nummer nach Abschluss des Interviews hochgezählt wurde.

Die dazu autorisierte Person kann die Daten direkt im Blatt »Daten« einsehen und ggf. ändern. Zur Anzeige dieses Datenblatts ist ein Kennwort erforderlich. Um das Datenblatt anzuzeigen, klicken Sie bitte auf die Schaltfläche „Daten anzeigen“. Bitte beachten Sie die Anforderungen des Datenschutzes und blenden Sie das Datenblatt »Daten« aus, bevor Sie die Datei an andere Personen weitergeben!

Fragebögen

Im Folgenden können Siedie aktuellen Fragebögen einsehen und gerne auch zur Schulung der Interviewer nutzen. Bitte geben Sie sie nicht an Außenstehende weiter!